





Im Rahmen unseres gemeinsamen Citizen Science-Projekts mit der Universität Münster haben wir die Verteilung von Laufkäfern in Agroforst-Systemen untersucht. Nun liegen die ersten Auswertungen der Laufkäfer-Methode vor – und sie liefern spannende Einblicke in die ökologische Dynamik zwischen Baumstreifen und Ackerfläche
Methode & Datengrundlage
Mithilfe von Käfer-Fallen in 3 Transekten (je 7 Fallen) – von der Feldmitte bis zu den Baumstreifen – wurden über mehrere Wochen Daten gesammelt. Die Analyse umfasst sowohl die Häufigkeit als auch die Artenvielfalt (Morphospezies) der Laufkäfer sowie ökologische Parameter wie den Nützlingswert.
Zentrale Ergebnisse aus den Grafiken
Höhere Artenvielfalt & Individuenzahlen in Baumstreifen
Die Diagramme Anzahl Laufkäfer pro Fallenstandort und Anzahl Gemeiner Grabkäfer pro Fallenstandort zeigen: Laufkäfer sind in den Baumstreifen deutlich häufiger als in der Feldmitte. Während in der Feldmitte kaum Individuen gefangen wurden, stiegen die Zahlen in Richtung Baumstreifen auf bis zu 8 Individuen pro Tag an. Besonders auffällig war der Gemeine Grabkäfer (156 von 322 erfassten Laufkäfern), gefolgt vom Buntgrabläufer (74 Individuen) – sie dominierten die Fänge (siehe Erfasste Laufkäfer pro Jahr).
Artenvielfalt & ökologische Bedeutung
Das Diagramm Ausgewählte Gruppen und Parameter pro Fallenstandort belegt:
- Die Anzahl der Morphospezies (Arten) ist in den Baumstreifen am höchsten.
- Auch der Nützlingswert – ein Indikator für die ökologische Funktion der Arten – erreicht hier seine Spitzenwerte.
- Selbst Begleitarten wie Spinnen oder Kurzflügler zeigen ähnliche Verteilungstrends.
Verteilungstrend: Klarer Gradient von Feldmitte zu Baumstreifen
Alle Grafiken (z. B. Anzahl Behaarter Schnellläufer pro Fallenstandort) bestätigen: Die Populationen nehmen mit zunehmender Nähe zu den Baumstreifen zu. Dies unterstreicht die Schlüsselrolle der Baumstreifen als Lebensraum und Korridor für Laufkäfer in Agrarlandschaften.
Fazit: Baumstreifen als Hotspots der Biodiversität
Die Auswertung zeigt: Agroforst-Systeme fördern die Biodiversität – besonders für Laufkäfer, die als Indikatorarten für gesunde Ökosysteme gelten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Bürgerwissenschaftler:innen und der Uni Münster hat hier wertvolle Daten geliefert, die die Bedeutung von Strukturelementen wie Baumstreifen für die ökologische Stabilität von Äckern belegen. Ein großer Dank an alle, die mitgemacht haben – die Daten sind ein wichtiger Baustein für das Verständnis von Agroforst-Ökosystemen!
Alle Grafiken und detaillierte Daten finden Sie in unserer Projektgalerie. Die gesamte Betrachtung aller Methoden in diesem Jahr, teilen wir zum Ende des Jahres.

